Wie die SPD selbst in Bayern punkten kann

German Chancellor Angela Merkel smiles next Bavarian state premier and leader of the Christian Social Union (CSU) Horst Seehofer (R) during a news conference at the Chancellery in Berlin, Germany, April 14, 2016. REUTERS/Fabrizio Bensch/File PhotoMan mag glauben, dass Bayern ein politisch schwarzer Fleck auf der Landkarte ist, und in weiten Teilen ist es in der Tat die CSU, die sich hier behauptet. Aber die SPD hat sich langsam aber stetig nach oben gearbeitet. Bei den Kommunalwahlen 2014 haben die Genossen in den Kreistagen und Kreisfreien Städten immerhin 20 Prozent erlangt. Im Jahr 2008 lagen sie sogar noch besser, mit knapp 22 Prozent. Wenn man dann aber noch genauer hinschaut, nämlich in die Gemeinderäte der Städte und die Oberbürgermeisterwahlen, dann sieht es sogar noch besser aus. Immerhin konnte die SPD jahrelang den Münchner Bürgermeister stellen, und das in der Hauptstadt des konservativen Bayerns. Das zeigt, dass vor allem auf der lokalen Ebene die konkreten Themen mehr zählen als die große Politik. Die Politiker haben einen fast täglichen Kontakt mit ihren Wählern und sind in der Regel auch von den Maßnahmen, die sie beschließen, direkt betroffen. Das können neue Straßen sein, neue Schwimmbäder oder andere Infrastrukturmaßnahmen. Und wenn ein Bürgermeister beschließt, ein Sportstadion aus Kostengründen zu schließen, dann muss er das nicht nur vor dem Gemeinderat sondern auch seinen Freunden und der Familie rechtfertigen.

So hat es die SPD über ihre Ortsvereine geschafft, sich hier und da ein Stück aus dem politischen Kuchen herauszuschneiden. Sie stellt ebenso viele Oberbürgermeister wie die CSU. Bei den Landräten, die meist weniger nah am Bürger sind und oft als Verwaltungsbeamte gesehen werden, ist das Verhältnis aber dramatisch anders: Hier haben die Genossen nur 2 Posten einheimsen können, während die CSU gleich 44 Landräte stellt.

Dennoch trübt das nicht das Engagement von Ortsvereinen wie in Burghaslach, wo engagierte Parteimitglieder aktiv an der Gestaltung und dem Fortschritt ihrer Gemeinde teilhaben – sei es durch die Parteiarbeit und den dato verbundenen politischen Veranstaltungen oder als Mitglieder des Stadtrats, die wiederum über die Liste der Partei gewählt worden sind.

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