Wie man Kommunalpolitiker in der SPD wird

22 FEB 2016, BERLIN/GERMANY:Martin Schulz, SPD, Praesident des Europaeischen Parlamentes, waehrend einem Interview, Spiegel HauptstadtbueroIMAGE: 20160222-01-024Während man mit 16 Jahren in vielen Ländern schon an einer Kommunalwahl teilnehmen kann, muss man um selbst gewählt zu werden das 18. Lebensjahr vollendet haben. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht schon vorher politisch tätig sein kann. Um bei der SPD Mitglied zu werden muss man lediglich das 14. Lebensjahr vollendet haben. Gerade jüngere Leute sind dann in der Jugendorganisation der SPD, den Jungsozialisten, versammelt. Aber auch hier findet schon politische Arbeit statt.

Wer die formalen Voraussetzungen erfüllt, kann dann auch schon loslegen. Gerade junge Leute haben einen Vertrauensvorschuss, ähnlich wie bei dem Kasino Wunderino mit Startguthaben . Für die meisten beginnt die politische Arbeit bei Veranstaltungen des Ortsvereins. Hier gibt es regelmäßig Treffen, manchmal des Vorstandes, manchmal aber auch in einem größeren Kreis. Gerade bei Wahlkämpfen wird jeder Mann und jede Frau gebraucht, um Wahlkampfstände zu besetzen und mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Viele Ortsvereine haben auch Arbeitskreise zu bestimmten Themen, zum Beispiel Seniorenpolitik, Flüchtlingshilfe oder Umweltschutz. Wer sich auf dieser Partei- oder Ortsvereinsebene engagiert, muss auch kein Mandat in einem Gremium wie dem Stadtrat oder dem Kreistag haben. Es empfiehlt sich immer erst etwas politische Luft in der Arbeit des Ortsverein geschnuppert zu haben, bevor man sich in ein Parlament wählen lässt. Aber gerade auf lokaler Ebene sind heute Ortsvereine froh, wenn sich denn jemand findet, der kandidieren will. Gerade in etwa ländlicheren Regionen sind heute Kandidaten rar, auch weil viele durch lange Wege von und zur Arbeit bestimmte Gremien aus Zeitmangel nicht besuchen können. In der SPD wird das die Ochsentour genannt: Man erwartet heute auch von Spitzenkandidaten das sie sich von unten nach oben gearbeitet haben. Wer gleich als Bundestagskandidat einsteigt, wird mit misstrauisch beäugt, weil ihm oder ihr der Stallgeruch fehlt. Da es allerdings wegen der Länge der Wahlperioden, jeweils 4 bis 6 Jahre sehr lange dauert, bis man von Stadtrat sich bis in das Landesparlament hochgearbeitet hat, sind heute auch bei der SPD immer mehr Quereinsteiger zu finden.

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